Triathlon Saison 2024 – Start in die Wettkampfsaison

Hart und ungewöhnlich begann meine Triathlon Saison 2024 bereits im Dezember nach einer knappen Off-Season. Mitten in einer Jahreszeit, die mir so gar nicht liegt, ging es mit schnelleren Schritten als ich laufen wollte in die nächste Wettkampfvorbereitung. Statt mich langsam in die Vorbereitung für die kommenden Monate einzufinden, hieß es schon wieder Langdistanz. Durch eine Verkettung seltsam außergewöhnlicher Entscheidungen wird dieses Jahr schon bald im Zeichen eines Ironman stehen. 

Seither stecke ich in einer der frühsten und kürzesten Langdistanz-Vorbereitungen, die ich je absolviert habe. Zeitgleich warf mir das Leben so viele riesige Findlinge mitten auf den Weg, dass meine Geduld mehr als einmal auf die Probe gestellt wurde.

In diesem Beitrag nehme ich dich ein Stück mit in die Vorbereitungszeit für meine nächste Langdistanz im Mai, die Woche für Woche neue Herausforderungen mit sich brachte und bringt.

Aber ich möchte nicht nur meine Erfahrungen mit dem ungewöhnlichen Start in die Triathlon Saison 2024 teilen. Ich möchte auch von dir hören. Welche Ziele hast du dieses Jahr? Wie läuft es für dich bei der Vorbereitung? Ich freue mich, etwas über Gedanken und Erfahrungen zu lesen!

Die Idee, mich so früh in der Saison auf eine Langdistanz vorzubereiten, war zunächst abschreckend. Doch die Vorstellung, im Frühling am Ozeans zu sein, ließ mich schließlich über meinen Widerstand hinwegsehen. Auch wenn mein Kopf und mein Körper definitiv noch nicht bereit waren, eine Herausforderung wie die einer Langdistanz zu durchdenken und das entsprechende Training anzugehen. Aber irgendwann schlussfolgerte ich:

“Warum eigentlich nicht? Wie schlimm kann es schon werden?”

Ich muss zugeben, dass es einige Wochen gebraucht hat, bis ich mental an dieser Stelle ankam. Nach dem Ironman Portugal war der Urlaub und der Arbeitseinstieg anstrengender und nervenaufreibender als erwartet. Ich konnte mich im Spätherbst nicht auf diese Idee einlassen. Gleichzeitig war der Wunsch nach einer zeitnahen Rückkehr an den Ozean unglaublich groß. Es während eines längeren Laufes, als ich mich intensiv fragte, warum ich mich mit Händen und Füßen gegen diese Herausforderung wehre. Mal davon abgesehen, dass es ja eigentlich eine Luxussorge ist. 

Und schlimmer noch! Was sagt es über mich als Person aus? Über mich als Triathletin? 

Irgendwann stand die Entscheidung fest, dass ich es einfach probieren wollte. Binnen weniger Stunden stand der Plan, stand die Reise, stand die Anmeldung für die Langdistanz  im Frühling mit dem Ironman Lanzarote! Und so begann meine Triathlon Saison 2024 noch bevor das alte Jahr endete.

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Triathlon Training Lektion gelernt 

Was ich vorwegnehmen und direkt zusammenfassen kann: 

Wenn ich einen Traum nicht mehr als Traum sondern als Plan ansehe, verändert sich alles!

Triathletin und Bloggerin Nadin an Ironman M Statue stehend lächeln mit weißer Jacke und grüner Tights

 

Spannende Perspektiven im Winter

Es stellte sich recht schnell heraus, dass alle paar Wochen eine neue Überraschung auf mich wartete. Dass die Hürden in der Kürze der Zeit mit dem Wintertraining nicht nur in meinem Kopf groß waren, als ich die Entscheidung traf. Sondern dass sie für mich tatsächlich riesig sind in der kalten Jahreszeit! 

Davon abgesehen raste und rast ein Gedanke ständig durch meinen Kopf. Die kürzeste Vorbereitungszeit für so eine lange Distanz zu haben, die ich jemals eingeplant habe, macht mich immer wieder nervös. Vor allem auch dann, wenn ich mich von Krankheit zu Krankheit neu aufrappeln muss.

Aber mit Blick auf die vergangenen Jahre kann ich mehr als zurecht sagen, dass ich so manchen Findling auf dem Weg persönlich aufhob und beiseite schaffte. Kaum ein Ironman, kaum eine Vorbereitung lief seit meiner zweiten Langdistanz reibungslos. Wieso sollte es nun also anders sein? Warum sollte es mir eine Autoimmunerkrankung und diverse “Kleinigkeiten” plötzlich leicht machen? 

Der Dezember war geprägt vom langsamen Herantasten ans Training, während sich der Januar um höhere Umfänge drehte. Doch diese Phase war viel schwieriger als erwartet!

Ich hatte das Gefühl, dass ich mental noch nicht ausreichend entspannt hatte, um schon wieder stark sein zu müssen!

Im Februar fühlte sich das Training erstmalig normal an, so wie es eigentlich am Anfang einer Saison sein sollte. Nur das Laufen bei Schnee, Eis und Regen konnte sich lange nicht entwickeln. Ich habe mich oft von meinem eigenen Plan gehetzt gefühlt. Doch immer wieder wurde mir bewusst, dass ich nicht noch ein halbes Jahr oder länger Zeit hatte. Ende Februar änderte sich mein Gefühl und damit meine Einstellung mehr und mehr, als härtere und längere Einheiten realistisch und durchführbar wurden. 

“Immer, wenn es gut läuft”, ist ein Gedanke, den ich vielleicht nicht mehr haben sollte!

Alle paar Wochen wenn ich mental und körperlich jedes Vorhaben für machbar hielt, sich jedes Training super anfühlte, machte mir meine Gesundheit erneut einen Strich durch die Rechnung. Und dann ging alles von vorn los. Ich war innerlich soweit, die Triathlon Saison für dieses Jahr einfach Triathlon Saison sein zu lassen! Aber Zuversicht und Durchhaltevermögen – dafür brauche ich vermutlich keine Pille. Ich setzte alles zurück auf Anfang, dann ging es wieder von vorn los. Natürlich kamen dann auch einige mehr Kilometer zusammen, als die ersten warmen Tage im April für richtig gute Triathlon-Stimmung sorgten! Ob sie reichen werden? Ich gehe von einem harten Ende bei der Langdistanz aus. Aber damit kenne ich mich ja. 

Nahaufnahme Close-Up von Triathletin und Bloggerin Nadin in Laufhaltung mit pinkem Lauf-Tanktop, Laufuhr, Sonnenbrille und Visor.

 

Seepferdchen Schwimmtraining als Zugpferd im Trainigsplan

In einem Detail war ich wirklich konsequent und hielt an jedem Plan fest: das Schwimmtraining. Was es auch zu meinem persönlichen Highlight in dieser seltsamen Vorbereitung macht. All die Kilometer in offenen Gewässern in den vergangenen Jahren einschließlich Ozeane. Der solide Aufbau im vergangenen Jahr. Alles führte dazu, dass ich keine Einheit ausfallen ließ und jedes Mal 90 Minuten fast Unmengen von Kilometern schwimme. 

Nicht nur meine Seepferdchen-Lehrerin wäre stolz auf mich. Ich bin es auch! Unglaublich sogar. Und mit dieser Einstellung ist es auch der Abschnitt, der mir am wenigsten Angst und am meisten Vorfreude beschert! Das Wissen, in wenigen Wochen die Zehen im dunklen Sand an der Atlantikküste vergraben zu können und das ein und andere Schwimmtraining im Ozean absolvieren zu können, sorgt bei den Einheiten zu Haus für noch mehr Spaß. 

 

Trainingsplan mal Plan sein lassen

Es gab vermutlich in noch keiner Triathlon Saison so viele Einheiten, die ich im Trainingsplan schieben, streichen oder verändern musste. Ganz oft musste ich mich mental und körperlich mit Yin Yoga wieder in die Entspannung führen. Yoga allgemein ist ja auch einfach für perfekte Ergänzung für uns Triathleten! Was auch ab und zu einfach ok und gut ist, um Abstand vom Beruf und Trainingsalltag zu bekommen. Aber auch um den Körper heilen und regenerieren zu lassen!

Nahaufnahme Close-Up von Triathletin und Bloggerin Nadin beim Yoga in Pashimotanasana Vorbeuge

Rückblickend lief der moderate Einstieg in das Projekt Ironman Lanzarote noch mit am befriedigendsten, obwohl ich mich so wenig bereit dafür fühlte. Aber es waren eben auch nur Grundlagen.

Mittlerweile frage mich bei jedem Blick auf den Trainingsplan und regelmäßig während der Einheiten, wer denn eigentlich mehr ins Ziel kommen möchte?!?

Die Familie oder ich? Die Trainerin oder ich? Ganz selten bin ich es, muss ich gestehen, wenn es um die Härte, die Länge und die schiere Anzahl an Trainings geht!

Im Vergleich dazu fühlen sich die vergangenen Jahr so an, als hätte ich nur herum getrödelt. Bis auf das Jahr mit der Triple Challenge in Chicago und dem trotz Verletzung ziemlich gut verlaufenen Ironman Florida, fühlt sich alles gegen heute wie ein Spaziergang an. Ich hatte damals solche Angst, dass ich in Chicago die drei Triathlons in zwei Tagen nicht schaffe, dass ich jede Woche über Monate hinweg alles brav befolgte und ständig auf der Tartanbahn zu finden war. Dass die Langdistanz dann desaströs endete, lag einzig an meiner Verletzung nach einem Unfall kurz vor dem Wettkampf. Wobei es dafür auch wieder super lief… In jedem Fall mache ich mir so oder so Sorgen.

Nur dieses Mal scheinen sie sehr real zu sein, weil ich so viel verpasst habe und die Zeit einfach zwischen den Fingern wie Ozeanwasser hindurch gleitet.

Und so ein Ironman lässt sich schließlich nicht allein mit einem Seepferdchen bestreiten. Tatsächlich ist es aber ähnlich wie vergangenes Jahr mit dem Sprung von den Sprints zur Langdistanz – es ist einfach alles arg knapp. Dazu kommt die wahnsinnige Hürde der Höhenmeter auf dieser verrückten Triathlon-Insel Lanzarote! Da fühlen sich die wenigen Outdoor-Kilometer in Brandenburg diesen Frühling so seltsam falsch an. Wobei der Frühlingswind sicher auch Lanzarote Konkurrenz machen kann!

Nahaufnahme Close-Up von Triathletin und Bloggerin Nadin zum Triathlon Saison Beginn auf Zeitfahrrad im orangenem Radfahroberteil, schwarzer Hose und schwarzem Aero Helm

 

Triathlon Saison wie keine zuvor

Ich glaube, niemand macht sich vor, dass die Vorbereitung für eine Langdistanz einfach ist. Jedoch ist die Vorstellung plötzlich sehr realistisch, mein geliebtes Fuji-Rad auf der vulkanischen Insel Lanzarote aus Frust und Erschöpfung ins Lavagestein zu werfen. Und tatsächlich hatte ich das vor einigen Jahren dort schon einmal machen wollen. Was mich nun aber wirklich interessiert ist, wie ich mich dieses Mal dort fühlen werde. Und das nicht nur zum Training sondern für einen Wettkampf, was natürlich einen Unterschied in der Motivation machen wird.

Was mir wirklich schwer fällt in dieser Vorbereitung ist das mentale Durchhalten, immer und immer wieder Trainingsziele zu erreichen. Einen Großteil der Einheiten den Druck aufrecht zu halten, der mir bei längeren Vorbereitungen irgendwann im Sommer so leicht fällt. In diesen Momenten merke ich, dass ich so etwas von unvorbereitet bin, wie noch nie. Gleiches gilt für meine Grenzen, an die ich regelmäßig stoße. Dass ich das Ziel an jedem Findling im Weg in Frage stelle, liegt vermutlich auch auf der Hand.

Gleichzeitig steht dann jedoch die Frage im Raum, warum nicht. Warum so nicht auch mal eine Langdistanz angehen. Und wenn schon, warum also nicht so eine herausfordernde Langdistanz wie die auf Lanzarote?!?

Dann habe ich wenigstens alle Widrigkeiten in einem Rutsch erledigt.

Und mal ganz ehrlich. Zwischendrin kam natürlich der Spaß niemals zu kurz. Auch allein, weil die Unterstützung der Familie emotional aber auch Woche für Woche in den endlosen Begleitungen von Trainingseinheiten so unfassbar ist. Mich fragte neulich mal wieder jemand (freue mich immer sehr darüber, weil ich Superhelden einfach großartig finde und sie ja tatsächlich mit uns viel gemein haben – oder umgekehrt, wir mit ihnen), was denn meine Superkraft wäre. Definitiv Zuversicht. Das sage ich seit Jahrzehnten. Und davon abgesehen, meint eine Freundin über mich, dass ich der lebende Sonnenschein bin. Naja, vielleicht nicht immer, aber wenn ich eins niemals missen möchte, dann ist es der Spaß und die Freude am Triathlon Training.

Auch deshalb kann ich es kaum erwarten, endlich auf dieser Insel voller Lavagestein, Weitblick hinaus auf den Ozean und unmöglichem Wind zu sein. Auch um nun endlich meine Triathlon Saison mit den Wettkämpfen einzuläuten! Und letztlich bin ich kein Profi, sondern versuche mein Bestes in einem Alltag, der auch von anderen Dingen gefüllt ist, als Sport. Eins wünschte ich mir nur und bin selbst dafür verantwortlich, es endlich besser umzusetzen: das Abschalten vom Beruf. Damit sich in der Zeit, die ich fürs Training aufwenden möchte, alles ums Training drehen kann. Ich arbeite dran.

 

Meine Liebe zu den Kanaren und Lanzarote

Neben den Herausforderungen und Rückschlägen während meiner Vorbereitung gibt es auch eine Konstante, die mich neben dem konsequenten und großartigen Schwimmtraining motivierte: meine Liebe zu den Kanarischen Inseln, auch zu Lanzarote. Die raue Schönheit der vulkanischen Landschaft, der Ozean direkt vor der Haustür und das zu erwartende Klima machen diese Insel zu meinem perfekten Ziel im Frühling. 

Die endlosen durch das Lavagestein verlaufenden Straßen und die beeindruckende Küstenlinie bieten die perfekte Kulisse für lange Radtouren und Läufe. Das durfte ich zuvor bereits im Training erleben. Nun erwartet mich ein Wettkampf, den ich mit gemischten aber vorfreudigen Gefühle begegne. 

Die Triathlon Saison 2024 mag anders beginnen und verlaufen als erwartet. Das Beste werde ich dennoch daraus machen. Da bin ich genauso zuversichtlich wie ich mir sicher bin, dass ich zwischendrin alles in Frage stelle!

Aber ich möchte nicht nur meine Erfahrungen mit dem ungewöhnlichen Start in die Triathlon Saison 2024 teilen. Ich möchte auch von dir hören. Welche Ziele hast du dieses Jahr? Wie läuft es für dich bei der Vorbereitung? Ich freue mich, etwas über Gedanken und Erfahrungen zu lesen!

Alle hier gezeigten Fotos wurden wie immer von Oliver Eule aufgenommen. Die Rechte an diesen Fotos liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung der Fotos ist in Absprache mit uns gerne möglich. Bei Interesse schreibt uns bitte eine E-Mail, um Details der Nutzung auf Social Media, Webseiten oder Printmedien zu klären.

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