Melancholie – Wie Du sie nutzen und was Du dagegen tun kannst

Melancholie – Wie Du sie nutzen und was Du dagegen tun kannst

Melancholie ist ein Gefühl der Schwermut, Traurigkeit und Nachdenklichkeit. Hier erfährst Du, was Du gegen Melancholie tun, aber auch wie Du sie für Dich nutzen kannst.

1. Was ist Melancholie?

Melancholie ist ein Begriff, der schon seit Jahrtausenden besteht. Ursprünglich stammt er aus dem lateinischen und bedeutete so viel wie “Schwarzgalligkeit”. Damals wurde der Begriff in der antiken Medizin, der Viersäftelehre (Temperamentenlehre), die auf den griechischen Arzt Hippokrates von Kos zurückgeht, verwendet. Anfangs noch als medizinischer Begriff verwendet, wandelte der Begriff Melancholie sich im späten Mittelalter langsam vom Krankheitsbild hin zur Beschreibung eines Gefühls, bis hin zu seiner heutigen Bedeutung.

Aber genug vom Geschichtsunterricht. Melancholie beschreibt ein Gefühl der Schwermut, Traurigkeit und durch Nachdenklichkeit geprägte Gemütsstimmung. Oft wird sie auch als bittersüß beschrieben. Du merkst es vielleicht schon. Damit ist Melancholie nicht zwingend negativ behaftet.

Sie ist zwar ein trauriges, aber auch romantisches Gefühl, das beispielsweise auch in Verbindung mit Nostalgie und dem Schwelgen in Erinnerungen entsteht. Um in eine melancholische Stimmung zu verfallen, braucht es aber nicht zwingend einen externen Auslöser oder Anlass. Menschen, die generell viel über sich und die Welt nachdenken, sind häufig auch Melancholiker.

2. Der Unterschied zwischen Melancholie und Depression

Früher wurde der Begriff der Melancholie synonym für das heutige Krankheitsbild der Depression verwendet. Heute wird zwischen den beiden Begriffen ganz klar unterschieden. Während die Depression ein klares seelisches Krankheitsbild beschreibt, das durch verschiedene Ursachen, wie traumatische Erlebnisse, ausgelöst werden kann, ist die Melancholie ein Gefühl zeitweiser Verstimmtheit.

Eine Depression sollte auf jeden Fall therapeutisch behandelt werden. Melancholie hingegen erfordert keine therapeutische Begleitung, da sie sich meist nach kurzer Zeit von selbst wieder legt.

Die Symptome einer Melancholie können auf den ersten Blick ähnlich wie die einer Depression sein. Bei näherer Betrachtung, zeigt sich aber, dass die negativen Gefühle einer Depression deutlich größer sind.

Folgende Symptome können für eine Melancholie oder Depression sprechen:

  • Traurigkeit
  • Pessimismus
  • Innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Freudlosigkeit
  • Bedrücktheit
  • Selbstmitleid
  • Appetitlosigkeit
  • Selbstzweifel
  • Sinnkrise
  • Soziale Isolation
  • Grübelei

Wenn die einzelne oder mehrere Symptome für einen Zeitraum von 2 Wochen oder länger auftreten, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht nur um eine melancholische Phase, sondern um eine Depression und sollte deswegen therapeutisch behandelt werden.

3. Wie Du Melancholie für Dich nutzbar machst

Melancholie hat auf den ersten Blick ein zwar ein negatives Image. Bei näherer Betrachtung, siehst du aber, dass Melancholie eine eigene Form der Schaffenskraft erzeugen kann. Viele berühmte Persönlichkeiten wie Künstler, Musiker, Schriftsteller und Philosophen erschufen ihre Werke erst durch den Einfluss ihrer Melancholie.

So nutzt Du die Melancholie auch sinnvoll für Dich:

Selbstreflexion

Wenn Du Dich in einer melancholischen Phase befindest, ist das genau der richtige Moment, um Dich mit Dir selbst zu beschäftigen. Meditationen und Achtsamkeitsübungen, in denen Du innehältst und Dir Zeit zum Nachdenken nimmst, helfen Dir dabei, Deine melancholischen Gefühle besser zu verstehen.

Zeit für Ruhe

Kennst Du diese Menschen, die scheinbar von einer unsichtbaren Kraft getrieben sind? Ständig auf dem Sprung. Fast schon auf der Flucht hetzen sie durchs Leben und kommen trotzdem nie an. Melancholie hilft Dir frühzeitig, die Reißleine zu ziehen und Tempo rauszunehmen. Sie kann Dich damit also vor Stress und Burn-out bewahren.

Fördert kritische Denkweise

In der Melancholie wird viel gegrübelt. Menschen machen sich in dieser Phase nicht nur Gedanken über sich, sondern oft auch über die Welt im Allgemeinen. Melancholie hilft Dir also auch einen kritischen Blick auf die Gesellschaft zu werfen und Deinen Horizont zu erweitern.

Melancholie macht kreativ

Melancholie kann besonders gut in kreativen Tätigkeiten kanalisiert werden. Ob künstlerisches Gestalten, das Komponieren einer Melodie oder eines Liedes oder auch das Schreiben eines melancholischen Textes. Melancholie hat seit Jahrhunderten Menschen dazu bewegt, künstlerische Meisterwerke zu erschaffen.

4. Was Du gegen Melancholie tun kannst

Auch wenn die Melancholie grundsätzlich nichts Negatives ist, kann es sein, dass sie Dir trotzdem mehr zu schaffen macht, als Dir lieb ist. Die folgenden Maßnahmen können helfen, Deine melancholische Phase schneller zu überwinden.

Akzeptieren und annehmen

Gefühle zu unterdrücken, ist nie eine gute Idee. Wenn Du Gefühle unterdrückst, suchen sich einen anderen Weg, um ans Tageslicht zu kommen. Das kann sich beispielsweise in übertriebener Reizbarkeit zeigen. Nimm die Melancholie an und gib ihr einen Raum, um sich zu entfalten und Dir die Zeit sie richtig zu verarbeiten. So wirst Du sie auch schnell wieder los.

Zeit zur Entspannung

Eine melancholische Phase ist der richtige Zeitpunkt, um einfach mal Geschwindigkeit aus Deinem Leben zu nehmen. Nutze in dieser Zeit ganz gezielt Entspannungstechniken, um herunterzukommen und Deinem Körper und Geist eine Pause zu gönnen.

Ein Gang in die Sauna oder ins Solebad, autogenes Training, Meditation oder Achtsamkeitsübungen sind nur ein paar von vielen weiteren Möglichkeiten, die Du dafür hast.

Spazieren gehen

Auch das Spazierengehen ist eine gut geeignete Entspannungsmethode. Sie ist so einfach wie genial. Denn durch einen einfachen Spaziergang ohne Ablenkung durch Smartphone oder andere Begleiter, hast Du automatisch Zeit, Deinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Innerhalb kürzester Zeit verarbeitest Du so Deine melancholischen Gedanken, tankst gleichzeitig frische Luft und tust auch noch Deinem Körper etwas Gutes.

Sport treiben

Hier ist nicht die Rede von intensivem Training. Lockerer Ausdauersport, Yoga aber auch Krafttraining mit leichtem Gewicht ist perfekt geeignet, um eine melancholische Phase schneller zu überwinden. Durch die Anregung des Herz-Kreislauf-Systems und die leichte körperliche Belastung werden vermehrt Glückshormone ausgeschüttet, die Deine Stimmung aufhellen.

Melancholie nutzbar machen

Wie oben beschrieben bietet Melancholie auch die Möglichkeit aktiv in künstlerische Handeln zu kommen. Auf diese Weise verarbeitest Du Deine Gedanken in einer anderen Form und überwindest die melancholische Phase so ebenfalls schneller.

Mit Menschen reden

Den wichtigsten Tipp, um die Melancholie schneller zu überwinden, ist über sie zu sprechen. Suche Dir dafür eine vertraute Person, der Du Dich anvertrauen kannst und sprich mit ihr über alles, was Dir gerade durch den Kopf geht.

5. Fazit

Melancholie wurde früher synonym für das benutzt, was heute als Depression bezeichnet wird. Heute ist Melancholie aber keine Krankheit, sondern viel mehr eine zeitweise Verstimmtheit, die sich von alleine wieder aufhebt und die keiner Therapie benötigt. Melancholie kann sogar nützlich sein und Dich vor mentaler Überlastung bewahren.

Über den Autor

Diesen Beitrag hat Allround Athletics Gründer und Trainingsexperte Dominic Zimmermann (Coach Zimo) für dich verfasst. Erfahre jetzt mehr über Coach Zimo, oder stöbere durch seine persönliche Webseite.

Dominic Zimmermann (Coach Zimo)

Dominic Zimmermann (Coach Zimo)

Sportwissenschaftler, Trainer, Autor, Gründer – Allround Athletics

Nach seinem Sportstudium an der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitete Zimo als Personal Trainer und in verschiedenen Online Redaktionen bekannter food und fitness Startups, so wie als Dozent für die Deutsche Sportakademie.

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