Last minute! 5 Gründe, sich auf das Ironman WM-Rennen in Nizza zu freuen

Nizza ist nicht Hawaii – und das ist gut so. Schließlich hängen wir als Triathletinnen und Triathleten an der ikonischen und unersetzbaren Insel. Die Ironman Weltmeisterschaft wird am Sonntag dennoch an der Côte d’Azur ausgetragen. Und auch das ist ebenso gut! Hier kommt alles, was ihr jetzt noch über das WM-Rennen der Herren in Nizza wissen müsst … (Bilder: 808project/ueberall)

Wenn am Sonntag um kurz vor sieben Uhr deutscher Zeit der Startschuss zur Ironman Weltmeisterschaft erstmals in Nizza fällt, dann findet damit auch ein Drama seinen vorläufigen Höhepunkt. Und zwar das einer echten Hass-Liebe, die in den vergangenen Monaten durch die Triathlonwelt waberte. Ein WM-Rennen, das nichts mit Dig Me Beach, Ali’i Drive und Energy Lab zu tun hat? Zwei getrennte Events für Herren und Damen? Nizza statt Hawaii?

Leute, was wurde in den vergangenen Monaten diskutiert, geschimpft, Stimmung gemacht … aber nun ist er eben da, der Vorabend des WM-Rennens der Herren 2023. Und spätestens jetzt wird es Zeit, sich einfach mal auf das Rennen einzulassen und auch offen für die positiven Aspekte des Triathlon-Novums zu sein. Denn von besagten Aspekten gibt es einige.

Welche genau? Höchste Zeit für die folgende Abendlektüre vor dem wichtigsten Tag des Jahres für den Profi-Triathlon der Herren – als kleines Betthupferl!

1. Prognosen sind bei dieser WM mehr „glaskugeln“ denn je.

Nein, es geht an dieser Stelle nicht um die längst überholte Frage, ob denn nun Hawaii oder Nizza das bessere WM-Pflaster wäre. Vielmehr geht es darum, mal einen entscheidenden Punkt in diesem Vergleich zwischen Äpfel und Birnen in den Ring zu werfen, und der lautet: Niemand kann auch nur ansatzweise wissen, wie das Rennen am Sonntag mit einem solchen Starterfeld abläuft. Sicher, Analysen, Ideen und Ahnung kann es geben. Aber Fakt ist auch: Auf diesem Kurs gab es noch nie ein solch hochkarätiges Starterfeld – und das lässt Nizza umso interessanter für all jene werden, die Lust auf Triathlon-Spannung haben.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Hawaii ist und bleibt natürlich ebenso spannend, dafür aber vorhersagbarer. Eben weil hier in der Regel Athleten an den Start gehen, die auf eben jener Strecke unter ähnlichen Bedingungen (Konkurrenz, Siegprämie, Titel-Prestige etc.) schon einmal abliefern mussten.

2. Die Radstrecke ist ein Radsport-Träumchen.

Ja, wir sind alle in erster Linie Triathletinnen und Triathleten – aber spätestens in zweiter Linie sind auch viele von uns bekennende Rad-Fans und -Freaks. Und, Leute, für euch ist diese Strecke nichts weniger als eine Augenweide. Ich hoffe an dieser Stelle auf eine geniale Übertragung durch die Crew der Sportschau und von Ironman, um diese Perle an Radstrecken mit Drohnen und Co. gekonnt in Szene zu setzen. Und damit auf eine Übertragung, die eben nicht nur von Motorrädern neben Athleten lebt. Gerade in den Anstiegen könnte das funktionieren.

  • Podcast-Tipp
    Auch Nils lässt sich letztlich vom Nizza-Hype in der aktuellen Folge Triathlon-Chat anzünden! Nicks und seine Prognosen gibt’s in der neuen Podcast-Episode.

3. Es gibt immer noch Underdogs in Nizza.

Die Race-Week war ein einziges Name-Dropping – und dennoch gibt es immer noch ein paar Kandidaten, die definitiv zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben. Klingt wie eine törichte Unterstellung, ist aber das Fazit nach einer Woche internationaler Triathlon-Dauer-Berichterstattung. Die gute Nachricht dadurch ist nämlich: Obwohl wir nur wenige Stunden von der Beantwortung aller Fragen entfernt sind, gibt es immer noch so etwas wie „Underdogs“. Geil, es kann also tatsächlich so etwas wie Überraschungen geben!

  • Ein paar Athleten, die unter dem Radar geblieben sind:

  • Pieter Heemeryck
    Nick hat ihn im Podcast ins Spiel gebracht, ich würde aber gerne Folgendes ergänzen: Der Belgier hat in den Sozialen Netzwerken dermaßen die Tage gezählt, dass er sich klammheimlich zum Countdown-Master gemausert hat. Der hat Bock, ist gut in Form und war eben nicht überall dauerpräsent! Kräfte hat der Gute also auch noch geschont … ich sag’s ja nur.
  • Rudy von Berg
    Natürlich ist auch sein Name bereits gefallen und, ja, Rudy war auch bei der Pressekonferenz im auserwählten Favoritenkreis. Aber so richtig ist er in der deutschen Szene noch nicht im erweiterten Podiums-Kreis aufzufinden. Sicher, er war verletzt und zählt definitiv nicht zu den erfahrenden Startern. Aber Fakt ist auch: Diese Radstrecke ist sein Wohnzimmer, er lebt vor Ort. Während andere hier investieren mussten, fährt er das Ding quasi im Schlaf – und hatte Zeit, sich auf anderes zu konzentrieren. Seinen Namen sollten wir morgen auf dem Schirm haben.
  • Clement Mignon
    Als Young Gun wird er hier an den Start gehen – vor heimischer Kulisse. Gepaart mit seiner Streckenkenntnis und seinem Sieg im Sommer auf ebenjenem Kurs, ist der Franzose ein Anwärter auf mehr. Einziger Wehrmutstropfen: Er gibt sich nicht als die Laidlows dieser Welt, wirkt eher wie ein stiller Beobachter. Gut möglich, dass ihn der Trubel die mentale Stärke und den Mut am Sonntag kostet.

Ironman WM Hawaii

4. Am Sonntag gibt’s für uns neun Stunden Triathlon pur – tagsüber.

Muss man eigentlich nicht viel mehr zu sagen, außer: Ist es nicht fabelhaft, zu wissen, dass wir morgen früh aufstehen und ein Erste-Sahne-Triathlon-Spektakel zum Kaffee an diesem Sonntag serviert bekommen? Eben! Nachdem ich mich im vergangenen Jahr durchaus über den Race-Day an einem Donnerstag für die Damen geärgert habe, der für den europäischen Markt einfach alles andere als zuschauerfreundlich war (zumindest außerhalb der Hardcore-Freak-Szene, zu der ich mich selbst zähle!), finde ich die Vorstellung, eine WM zu humanen Zeiten und ohne Zahnstocher in den Augen verfolgen zu können, irgendwie … erfreulich.

5. Die gute Nachricht ist: Eine WM auf Hawaii wird es in diesem Jahr trotzdem noch geben.

So, und jetzt für alle, die den Mythos und damit Hawaii immer noch schmerzlich vermissen und sich weigern, den morgigen Renntag einfach mal mit den für uns doch so typischen „Good Vibes“ auf sich zukommen zu lassen: Keine Sorge, ein Rennen auf Hawaii gibt’s ja noch!

Und zwar eines, das dank des hochkarätigen Starterinnen-Feldes und ganz viel Fokus auf die Frauen (mindestens) genauso spannend wird. Denn bei all dem Trubel um Hawaii, Nizza und Mondlandungen in 2023: Auch bei den Damen wurden Jahr nie dagewesene Leistungen abgeliefert, dank denen die Karten spätestens auf Hawaii neu gemischt werden. Der Mythos lebt also weiter – versprochen!

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