Jahresrückblick: Mein Triathlon-Jahr 2022 in Zahlen

Triathlon Trainingsplan hin oder her. Was lässt der Alltag mit meinen Verpflichtungen zu? Wozu habe ich dazwischen noch Kraft und Nerven? Oder – was brauche ich noch, um mich aktuell für meine Trainingsziele mit meinem Körper und Kopf wohl zu fühlen? Worin fühle ich mich noch nicht so sicher, wenn ich mir meine Ziele anschaue? Genau diese Fragen beschäftigen mich innerhalb und außerhalb der Triathlon Saison oft mehr, als exakt das abzuhaken, was mein Trainingsplan vorgibt.

Wie all die vergangenen Jahre auch, gibt es keine Statistiken, die ich ständig im Blick habe. Zwischen all der Disziplin, die Aufgaben des Trainingsplans abzuhaken, liebe ich es meinem Körpergefühl zu folgen. Oftmals auch einfach das zu machen, das Ausgleich zum Alltag mit sich bringt.

Was dennoch bei mir innerhalb einer Triathlon Saison zusammengekommen ist? Wie ich auf das vergangene Jahr zurückblicke und wie ich für mich ausgerechnet mit dem Schwimmen alle Rekorde brach, erfährst du in diesem Beitrag mit einem Rückblick auf 2022.

Es war ein ganz normales Triathlonjahr. Ohne Schnickschnack, mit reichlich Herausforderungen, die ich aber tatsächlich genoss. Es war nach drei Langdistanzen mitten im Spätherbst das erste Jahr, in dem ich meine beiden Triathlon Wettkämpfe wieder für den Sommer eingeplant hatte. 

Es war abzusehen, dass mir der Alltag (wie ja vermutlich bei uns allen) einige Hürden bereit hält. Um die galt es herum zu manövrieren. Im Verlauf des Jahres sagte ich irgendwann, dass es für mich fast nicht mehr machbar ist, so weiter zu trainieren, wenn ich so weiter arbeite. Irgendwie ist meine schräge Logik, dass ich das Mehr an Arbeit mit einem Mehr an Training kompensieren muss. 

Überstunden für Überstunden sozusagen. 

Tatsächlich ist es so, dass all der täglich aufgestaute Stress dafür sorgt, dass ich dringend abschalten möchte und muss. Am schnellsten geht das für mich, wenn ich trainiere. Am schönsten ist es, wenn es dann Laufen oder Schwimmtraining ist. Vermutlich kamen dann auch genau so die für mich unfassbar vielen Schwimmkilometer zusammen. Aber nicht nur das. Ich fühlte mich bei langen Einheiten draußen im Freiwasser unglaublich gut. Genauso bei kurzen Invalltrainings, die wirklich hart waren in der Halle. Aber das Jahr steckte noch so viel mehr voller Überraschungen. Das Lauftraining lief auf langen Strecken nach einer langen Zeit wieder rund. Die lange Radeinheit am Sonntag war wie ein Gesetz, das ich immer und immer wieder einhielt. Ging es beruflich nicht am Wochenende, tat ich alles für die passende Planung unter der Woche. 

Ich habe so wie schon sehr lang nicht mehr, einen besonderen Willen gespürt, hart zu trainieren. 

Vielleicht war es die Motivation. Vermutlich aber auch vor allem die unglaubliche Disziplin, die alles am Laufen hielt. So wie ich es in meinem Beitrag “Die unbequeme Wahrheit – über Motivation & Disziplin” zum neuen Jahr beschrieben habe. Und was soll ich sagen. Zwischen all dem Alltagsstress und der Trainingserschöpfung habe ich mich damit richtig gut gefühlt. 

Alle Fotos kannst du zur Vergrößerung anklicken.

Triathletin und Sportbloggerin Nadin Eiswuerfelimschuh beim Freiwasser im See Oberkörper

 

Mein großer Wunsch für 2023: 

So wie vergangenes Jahr, wünsche ich mir etwas mehr einen geregelten, normalen und vielleicht auch langweiligen Alltag, in dem ich einfach mehr planen und mich auf für mich gesetzte Termine verlassen und fokussieren kann. 

Das Schwimmtraining soll sich definitiv genau so weiterhin anfühlen. Ob ich jemals wieder solch Distanzen zurücklegen werde, weiß ich nicht. Dafür braucht es ganz schöne viele Zufälle. Woran ich aber proaktiv arbeiten kann und möchte, ist weiterhin die Disziplin aufzubringen, um dieses Training regelmäßig in meinen Alltag einzubauen. 

Letztlich soll alles mit Spaß verbunden bleiben. Das heißt bestimmt, dass ich immer wieder um Tempoeinheiten und Intervalle im Trainingsplan bitten werde. Vor allem wenn es um das Lauftraining geht!

Was mich noch etwas irritiert, dass ich so gar keinen Wettkampf für dieses Jahr geplant habe. Ein großer Plan wurde leider vom Ironman Veranstalter gecancelt und irgendwie kollidieren andere Termine mit Terminen. Hier werde ich mich letztlich noch etwas mit Geduld und Kopfzerbrechen abfinden müssen. 

Jetzt geht es aber weiter mit einigen Details zu meinem Triathlon Saison Jahresrückblick 2022, die auch für dich vielleicht interessant sind. Und ein paar Daten und Fakten zu meiner letzten Saison, die durch einen Triathlon Sprint – dem City Triathlon Berlin – und einer Langdistanz – dem Ironman Kanada besonders wurde. 

 

Highlights

Beide Triathlons waren ein absolutes Highlight und ich wünschte, ich könnte viel häufiger an der Startlinie – vor allem von Sprints – stehen! Auch wenn es aufgrund der Geschwindigkeit bei Sprints von der ersten Sekunde wehtut, liebe ich das Tempo und die entsprechende Vorbereitung dafür. Entsprechend hart fühlte sich das Frühjahr auch an, was aber mit einer Bestzeit belohnt wurde. 

 

Tiefpunkte

Auf jeden Fall die Transition von der Rad- auf die Laufstrecke des Ironman Kanada und die damit in Sekunden verflogene Möglichkeit, auch auf der Langdistanz mit einer Bestzeit belohnt zu werden. Da habe ich im Anschluss schon einiges in Frage gestellt. Denn die elendig lange und zehrende Vorbereitung für so einen Ironman kann so oft einfach verpuffen, weil man schwer absehen kann, wie sich so ein Langdistanztag entwickelt. 

 

Rund 624 Trainingsstunden

Ähnlich wie im Vorjahr, allerdings mit der Tatsache, dass ich mir wieder häufiger einen freien Tag pro Woche trainingsfrei gegönnt habe. 

 

7185km Radtraining

Die langen Sonntagsausfahrten wurden in meinem Kopf erstmalig so zu 100% gesetzt, dass ich selbst an richtig miesen Tag die langen Einheiten von 5, 6, 7 Stunden auf der Rolle verbracht habe. Das klingt verrückt? Ja, das was es zwischenzeitlich auch mit all dem Essen und Trinken, das auf meinem Beistelltischchen über Stunden neben mir stand. 

Was ich wirklich großartig fand, war die Möglichkeit mit der Fulgaz App die Originalstrecke des IM Kanada abfahren zu können. Aber klar, viel schöner waren die langen Ausfahrten bei Sommerwetter durch Brandenburg und zu meiner Familie. 

 

1492km laufend verbracht

Wie in vielen Jahren zuvor habe ich mich 2022 auch wieder besonders auf die kurzen, harten Einheiten gestürzt. Sie schenken mir besonders viel Freude im Trainingsalltag! Was aber spannend war, dass ich mich auch wieder sehr wohl auf den sehr langen Strecken gefühlt habe. April, Mai und Juni hatte ich die intensivsten Laufmonate, in denen ich recht zeitig die langen Strecken ausbauen konnte. Irgendwie hat sich einfach alles immer richtig gut und richtig angefühlt.

Jahresrückblick: Mein Triathlon-Jahr 2022 in Zahlen

 

135km geschwommen 

Das gab es noch nie!

Ich würde ja gern sagen, dass ich schon häufiger an den 100km gekratzt habe. Tatsache ist aber, dass ich erst 1x soweit war. Ansonsten tummele ich mich irgendwo bei plus/minus ein paar Kilometer um die 70 herum. Wie das passieren konnte? Ich bekam es nicht wirklich mit. Aber es war die Disziplin ab Februar bis Ende Juli, die mir diese Strecke ermöglichte. Jede Woche zwei Mal mit absoluter Gewissheit. Dazu kamen 3 Schwimmblöcke mit jeweils 5 Tagen von Juni bis August, die zwei Mal Schwimmtraining pro Tag mit sich brachten. Entsprechend großartig lief es sowohl während des Sprints Tris als auch beim Ironman.

Genau so wünsche ich mir dieses Jahr, wenn es um das Schwimmtraining geht.

 

104h Yoga plus 11h Stabilisationstraining

Alles in allem weniger. Ich glaube, die Zeit des mehr Schwimmens hat einfach dafür gesorgt, dass ich weniger Yoga und Stabi Einheiten einplante. Was ich für mich festgestellt habe ist, dass ich deutlich weniger davon brauche, wenn die intensiven Rad- und Lauftrainings durch Schwimmtrainings unterbrochen werden.

 

Anschwimmen

Kam recht spät vergangenes Jahr, weil der Besuch des Hallenbades auch bis Ende des Frühlings einfacher in den Alltag zu integrieren war. Am 7. Juni war es dann mit einer ersten kurzen Einfühl-Einheit soweit. Einen Tag später hat mich mein Opi dann direkt 4 Kilometer kreuz die quer mit dem Boot durch den See gescheucht. Es hätte keinen schöneren Auftakt für die Freiwassersaison geben können!

 

Außergewöhnlichstes Lauf-, Rad- & Schwimmerlebnis 

Das, was mir wirklich im Gedächtnis bleibt, sind die langen Laufeinheiten mit Begleitung durch Brandenburg. Genauso wie die Schwimmeinheiten. Alles mit der Familie. Ich bin so dankbar dafür. Das Radtraining vor dem IM Kanada durch die Region um Penticton werde ich vermutlich auch nie vergessen!

Jahresrückblick: Mein Triathlon-Jahr 2022 in Zahlen

 

Schönster Lichtblick 

Das Gefühl vom Vorjahr, wie gut ich extrem intensive Einheiten wegstecken kann, wenn die Bedingungen stimmen und wie gut sich dabei alles anfühlen kann. Das geht vermutlich auch damit einher, dass ich nach all den Jahren endlich die Ernährung während dieser Einheiten besser im Griff habe. 

 

Wetterdaten

Es war etwas unspektakulärer letztes Jahr als 2021, wenn ich mir meine Runalyze Daten anschaue. Deutlich milder. Kaum Einheiten mit Minusgraden. Wirklich heiße Tage mit langer Zeit über 30° gab es genau so wenig. Dafür aber wie immer Wind, unendlich viel Wind. Was das anbelangt – da macht mich Brandenburg echt fertig mit. Regen fiel fast nie an Trainingstagen und so fühlten sich auch zahlreiche Lauf- und Radtrainings über das Land staubig trocken an… 

 

Meine Erkenntnis des Jahres ist, dass es nichts Schöneres für mich gibt, als die Regelmäßigkeit des Trainings und der Fokus genau darauf, allein um vom Alltag abzuschalten!

 

Wie blickst du auf das vergangene Jahr zurück?

Alle hier gezeigten Fotos wurden wie immer von Oliver Eule aufgenommen. Die Rechte an diesen Fotos liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung der Fotos ist in Absprache mit uns gerne möglich. Bei Interesse schreibt uns bitte eine E-Mail, um Details der Nutzung auf Social Media, Webseiten oder Printmedien zu klären.

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