Eiweißriegel: Wie Du einen gesunden Proteinriegel findest (keine Süßigkeit!)

Viele Eiweißriegel versprechen mehr, als sie halten. Einige sind nicht viel besser als ein Schokoriegel. Anhand von fünf Qualitätsmerkmalen findest Du heraus, was einen guten Proteinriegel ausmacht. Außerdem auf dem Prüfstand: 7 populäre Eiweißriegel.

Dein Magen knurrt. Du hast es eilig, keine Zeit für eine richtige Mahlzeit.

„Gegenüber ist ein Bäcker. Wie wär’s mit einem belegten Brötchen?“, denkst Du. Dann erinnerst Du Dich: „Stop! Das sind schnelle Kohlenhydrate, leere Energie.“

„Die Kalorien landen easy auf den Hüften und sättigen nicht lange.“ Also die vermeintlich gesündere Alternative.

Der Eiweißriegel verspricht „30 % Protein“.

„Lecker, schmeckt wie ein Schokoriegel“, denkst Du. Erst danach fällt Dir ein: „Moment mal. Und was ist mit den restlichen 70 %?“

Als Du die Nährstoffangaben liest, würdest Du am liebsten einen Anwalt rufen:

  • 30 g Zucker, mehr als ein Snickers-Riegel.
  • Und dafür nur 15 g Protein. War es das wert?

Es gibt bessere und weniger gute Proteinriegel. Erstere geben Deinem Körper hochwertiges Eiweiß und halten Dich möglichst lange satt, während Du letztere eher in die Kategorie Süßigkeit einordnen kannst.

Egal, ob Du nackt gut aussehen oder einfach etwas für Deine Gesundheit tun möchtest: Du solltest wissen, worauf Du beim Kauf achten solltest.

Einen guten Eiweißriegel erkennst Du in wenigen Sekunden.

Wenn ich einen Proteinriegel aussuche, werde ich zum „Ernährungs-Detektiv“ und werfe einen genauen Blick auf Nährwertangaben und Zutatenliste. Und genau das solltest Du auch tun.

Eine Handvoll Kriterien genügt, um zu wissen, ob der Eiweißriegel ein geeigneter Fitness-Snack ist – oder nur eine geschickt vermarktete, hochpreisige Süßigkeit.

Vielleicht ist Dir schon jetzt bewusst, dass es „gesündere“ Alternativen zum Proteinriegel gibt. Am Ende des Artikels bekommst Du daher noch eine Alternative an die Hand, die ich oft nutze, wenn es ein schneller, simplestmöglicher Snack sein darf.

Die 5 Qualitätsmerkmale eines guten Eiweißriegels (Checkliste)

Im Handel gibt es unzählig viele Proteinriegel, und jedes Jahr kommen neue hinzu. Auch, wenn ich regelmäßig Eiweißriegel esse und neue Produkte – wenn sie vielversprechend erscheinen – austeste: Es wäre ein Ding der Unmöglichkeit für mich, alles am Markt befindliche zu testen.

Damit Du mein Urteil nachvollziehen kannst, habe ich eine Handvoll Kriterien erarbeitet, die aus meiner Sicht einen qualitativ guten Eiweißriegel ausmachen. Das Schöne daran ist:

Anhand dieser Kriterien kannst Du jeden erhältlichen Proteinriegel bewerten.

Dazu genügt ein kurzer Blick auf die Zutatenliste:

  1. Welche Proteinmenge liefert der Riegel?
  2. Wie gut ist die Eiweißqualität?
  3. Wie sieht das Eiweiß-Kohlenhydrat-Verhältnis aus?
  4. Enthält der Riegel genug Fett und/oder Ballaststoffe, um satt zu machen?
  5. Wie viele Zutaten sind deklariert?

Lass uns die Kriterien kurz, eins nach dem anderen durchgehen.

1. Testkriterium: die Proteinmenge

Enthält der Riegel mehr als 20 Gramm Eiweiß?

Bei einem Eiweißriegel mit über 20 g Protein kannst Du davon ausgehen, dass der Hersteller tatsächlich im Sinn hatte, einen Riegel mit einem hohen Eiweißanteil herzustellen.

Ein Riegel enthält nicht „rein zufällig“ mehr als 20 g Protein – aus folgendem Grund:

20 g Eiweiß genügen, um die Proteinsynthese in Deinen Muskeln nach einem Workout anzuregen.

Studien zeigen das.1 Hinzu kommt, dass Protein sehr gut sättigt und diesen Effekt ab einer Portionsgröße von 20 g maximal ausspielen kann.23

Allerdings wirst Du beim Blick auf die Rückseite feststellen:

Viele Eiweißriegel erfüllen die 20-Gramm-Mindestvorgabe nicht.

Auch dann nicht, wenn auf der Vorderseite des Proteinriegels verkaufsfördernd mit dem Eiweißgehalt geworben wird.

2. Testkriterium: die Eiweißqualität

Eiweiß vor oder nach dem Training
Enthält es hauptsächlich Whey- oder Molke-Protein?

Wenn den ultimativen Eiweiß-Artikel gelesen hast, weißt Du, dass es beim Protein auch auf die Qualität ankommt – und diese gerade bei Eiweißpulvern eine besondere Rolle spielt.

Ebenso ist es bei den Eiweißriegeln: Eine hochwertige Qualität erkennst Du mit Blick auf die Deklaration.

In der Zutatenliste sollten Whey-Protein oder eine Whey-Casein-Mischung ganz vorn stehen.

Natürlich geht Molkenprotein als deutscher Begriff für „Whey“ genauso in Ordnung.

Einige Hersteller mischen allerdings minderwertige Eiweißquellen wie Collageneiweiß zu, um auf einen hohen Anteil zu kommen.

Collagen ist allerdings keine essenzielle Eiweißquelle und eignet sich auch nicht zur Muskelregeneration und den Muskelaufbau. Auch zur Verbesserung von Cellulite und der Straffung des Bindegewebes eignet sich diese günstige Proteinverbindung leider nicht.

Wenn Du hinsichtlich der Eiweißqualität keine Kompromisse eingehen willst, solltest Du nach Molkenprotein (Whey) Konzentrat oder – noch besser – Isolat Ausschau halten. Je weiter vorn in der Zutatenliste Du es findest, desto mehr ist davon enthalten.

Wenn ein Hersteller Whey-Protein verwendet, setzt er mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei den anderen Zutaten auf Qualität. Molke-Eiweiß ist in der Herstellung deutlich teurer als Soja- oder Collagenprotein.

3. Testkriterium: das Eiweiß-Kohlenhydrat-Verhältnis

Ein guter Eiweißriegel liefert Dir wenig Zucker, dafür viel Protein (>50 % sind vielversprechend)

Auch wenn „Eiweißriegel“ draufsteht, sind natürlich auch andere Zutaten enthalten. Auf welche solltest Du besonders achten?

Neben dem Eiweißanteil spielt auch der Kohlenhydratgehalt eine entscheidende Rolle:

Proteinriegel, die mehr Kohlenhydrate als Eiweiß enthalten, kannst Du aussortieren.

Solche Produkte gehören ins Süßigkeitenregal.

Der Riegel enthält mehr Eiweiß als Carbs? Prima. Jetzt wirfst Du einen Blick darauf, welche Art von Kohlenhydraten enthalten ist. 

Viele Proteinriegel enthalten sogenannte Zuckeralkohole – meistens Maltit oder Erythrit. Zuckeralkohole können in größeren Mengen die Verdauung durcheinander bringen. Meist müsstest Du dazu schon mehrere Riegel auf einmal essen, aber Du solltest es auf dem Schirm haben. Im Zweifel testest Du aus, wie gut Du einen Riegel verträgst, wenn es nicht so darauf ankommt.

Viele Eiweißriegel enthalten außerdem eine gehörige Menge Zucker. Auch hier hilft der Blick aufs Nährstoff- und Zutatenetikett:

Je mehr Zucker der Riegel enthält, desto eher handelt es sich um eine Süßigkeit.

Generell gilt: Ein guter Proteinriegel liefert Dir mehr Eiweiß als Kohlenyhdrate.

💡 Exkurs: Zuckeralkohole als Zuckeraustauschstoff

Zuckeralkohole sind sogenannte „Zuckeraustauschstoffe“. Sind sie zugesetzt, werben Hersteller oft mit der Aufschrift „Ohne Zucker“.

Zuckeraustauschstoffe sind im Gegensatz zu Süßstoffen zwar nicht kalorienfrei, werden aber entweder schlecht verdaut (z. B. Maltitol) oder schlecht verstoffwechselt (z. B. Erythrit).

Sind Zuckeralkohole ungesund? Nein. Aber Du solltest ein paar Dinge über sie wissen.

Maltit kann in größeren Mengen (>30 g) abführend wirken4. Es hält den Blutzuckerspiegel allerdings stabil und besitzt keine „appetitanregende“ Wirkung.

Erythrit wird fast vollständig unverdaut wieder ausgeschieden und beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht.

Sind Zuckeralkohole dann also gesund? Sie sind besser als Zucker, als „gesund“ würde ich sie dennoch nicht bezeichnen.

Andererseits ist ein Proteinriegel ja ohnehin ein Kompromiss.

4. Testkriterium: der Fett- und Ballaststoffgehalt

gesunde Fette, Mandelmus
Wenn Du satt werden und bleiben willst, ist der Fettgehalt ein wichtiges Qualitätskriterium.

Möchtest Du einen Proteinriegel, der Dich über einen längeren Zeitraum nicht nur sättigt, sondern Dir auch Energie gibt? Dann ist der Fettgehalt ein wichtiges Qualitätskriterium.

Wenn Du eine Mahlzeit ersetzen willst, solltest Du auf >10 g Fett setzen.

Allerdings gibt es nicht allzu viele Eiweißriegel, die so viel Fett liefern.

Auch sind die Hersteller bisher nicht so weit, dass sie die Fettsäuren-Zusammensetzung des Eiweißriegels optimieren. Vermutlich, weil die wenigsten Käufer darauf achten.

In den Produkttests weiter unten findest Du einen eher unkonventionellen Riegel, der Dir auch Fett liefert.

Sind dem Riegel Ballaststoffe zugesetzt, ist das ein Vorteil.

Denn Ballaststoffe sättigen und unterstützen die Verdauung. Die Ballaststoffe Inulin oder Galactooligosaccharide wirken außerdem probiotisch.

5. Testkriterium: die Zutatenmenge

Zutaten Nährwerte Label
Max. zehn Zutaten sind okay. Generell gilt: je weniger, desto besser.

Das vielleicht wichtigste Testkriterium kommt zum Schluss. Eiweißriegel sind ohnehin meist stark verarbeitete Lebensmittel. Dennoch können sie einen guten Kompromiss darstellen.

Eine sehr lange Zutatenliste deutet auf mehr biochemische Tricksereien hin. Außerdem steigt das Risiko, dass gesundheitlich wenig vorteilhafte Stoffe enthalten sind.

Natürlich könntest Du Biochemie studieren und jeden einzelnen Inhaltsstoff unter die Lupe nehmen. Da das für die meisten von uns wenig praktikabel ist, lautet die simple Regel: Je weniger Zutaten ein Proteinriegel enthält, desto besser.

Umfasst die Zutatenliste mehr als 20 Stoffe, such Dir eine Alternative.
Vor allem dann, wenn Du die meisten nicht aussprechen kannst.

Das gilt übrigens nicht nur für Proteinriegel.

Häufig fragen unsere Klienten im Fitness-Coaching: „Woran erkenne ich auch ohne abgeschlossenes Ökotrophologie-Studium ein gesundes Lebensmittel im Supermarkt?“

Hier sind zwei einfache Tipps:

Es gibt KEINE Zutatenliste? Dann ist es höchstwahrscheinlich gesund.
Zutaten sind deklariert? Dann sind max. 10 Zutaten okay.

Fairerweise solltest Du höherwertige Eiweißquellen (Milch, Whey, Casein oder Sojaprotein-Isolat) ausklammern, wenn Du die Zutaten aufsummierst. Schließlich geht es bei einem Eiweißriegel ja um die Zufuhr hochwertigen Proteins. Auch funktionelle Zusätze wie L-Carnitin oder Zink habe ich in den Beispielen unten nicht mitgezählt.

Okay, lass uns diese 5 Regeln nun in der Praxis anwenden und am Beispiel einiger Produkte beurteilen, was Sache ist: Fitness Food oder Süßigkeit?

Eiweißriegel Test: 7 Proteinriegel auf dem Prüfstand

Die meisten Proteinriegel, die Du kaufen kannst, fallen in die Kategorie „Süßigkeit“. Nur wenige eignen sich als Snack für Fitnessbewusste.

Im Folgenden lernst Du sieben Beispiele kennen:

  • Die ersten zwei Eiweißriegel sind gute Beispiele für Süßigkeiten, die als „gesunde Proteinmahlzeit“ vermarktet werden.
  • Die übrigen fünf kann ich – teils mit Einschränkung – empfehlen.
  • Zum Schluss lernst Du noch eine gute „Fitness Fast-Food“-Alternative zum Proteinriegel kennen, die auch noch günstig ist.

Hinweis: Die Nährwerte beziehen sich jeweils auf die angegebene Portionsgröße.

Beispiel 7: Be-Kind Proteinriegel – 17 Zutaten

Nährwerte und Zusammensetzung:

  • Portionsgröße: 50 g
  • Protein: 12 g (nicht höherwertig)
  • Kohlenhydrate: 12 g (Zucker: 8 g)
  • Fett: 17 g
  • Brennwert: 259 kcal
  • Geschmack: sehr gut
  • Zutaten: Erdnüsse, Überzug mit Karamellgeschmack (Chicoreewurzelfaser, Palmkernöl, Zucker, Vollmilchpulver, Magermilchpulver, mit Alkali verarbeiteter Kakao, Emulgator Sonnenblumenlecithin, Meersalz, natürliches Aroma), Chicoreewurzelfaser, Honig, Eiweiß-Crispies (Sojaprotein-Isolat, Tapiokastärke, Meersalz), Glukosesirup, Erdnussbutter, Meersalz, Emulgator Sojalecithin.
  • Stückpreis: 2,50 EUR

Dieser Riegel schmeckt super, liefert eine Menge Nüsse und damit ordentlich Fett und Ballaststoffe. Das ist positiv.

Allerdings enthält Be-Kind Protein mit 12 g nicht viel Protein, das zudem für den Körper schlecht verwertbar ist. Höherwertige Proteinquellen fehlen. Offenbar soll das in den Nüssen enthaltene Eiweiß die Vermarktung als Proteinriegel rechtfertigen. Nüsse enthalten unvollständige Proteine und liefern nicht alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge.

Sojaprotein-Isolat ist zwar auf der Zutatenliste genannt, steht allerdings sehr weit hinten und dürfte daher nur in sehr geringer Menge enthalten sein.

Da dem Riegel zudem recht viel Zucker zugesetzt ist, passt die Einordnung als „nussige Süßigkeit“ am besten.

Ergebnis: 💪

Als Proteinquelle für Sportler ist dieser Riegel nicht geeignet. Als nussige Süßigkeit schon.

Beispiel 6: Snickers HiProtein Eiweißriegel – über 30 Zutaten

Proteinriegel Eiweißriegel Snickers HiProtein

Nährwerte und Zusammensetzung:

  • Portionsgröße: 55 g
  • Protein: 20 g (nur 11 g höherwertig)
  • Kohlenhydrate: 20 g (Zucker: 10 g)
  • Fett: 8 g
  • Brennwert: 213 kcal
  • Geschmack: sehr gut
  • Zutaten: Eiweißmischung 20 % (Milch- und Whey-Protein), Milchschokolade 15 % (Zucker, Kakaobutter, Magermilchpulver, Kakaomasse, Laktose, Molkeneiweiß, Palmfett, Süßmolkenpulver, Butterreinfett, Emulgator (Sojalecithin, E476), natürlicher Vanilleextrakt), Kollagen-Hydrolysat 14 %, Karamell 12 %(gezuckerte Kondensmagermilch, Glukosesirup, Invertzuckersirup, Palmöl, Butter, Zucker, Emulgator (E471), Stabilisator (Pektin), Salz, natürliches Aroma), Erdnüsse (10 %), Feuchthaltemittel (Maltit, Glycerin), Erdnussmehl, Fructooligosaccharide, natürliches Aroma (Erdnüsse), Salz, Farbstoff (Zuckerkulör), Antioxidationsmittel (natürliche stark tocopherolhaltige Extrakte).
  • Stückpreis: ca. 2,70 EUR

Der Geschmack des Riegels ist erstaunlich gut und liegt – abgesehen von der zähen Kaumasse in der Mitte des Riegels – vergleichsweise nah am Original Snickers. Die Anzahl an Zutaten zeigt, dass nicht die Natur Mutter dieser Lebensmittelkreation war.

Die Proteinmenge liegt mit 20 g gerade am unteren Limit, was in Ordnung ist. Da allerdings fast die Hälfte davon aus günstigem Collagen stammt, müsstest Du schon mehrere Riegel essen, um genug hochwertiges Protein zu bekommen – bei entsprechend hoher Kalorienzufuhr.

Der Snickers HiProtein Bar bietet zwar ein besseres Nährstoffprofil als das Original (20 % weniger Kalorien, 75 % weniger Zucker und die fast vierfache Proteinladung), enthält aber immer noch viel Zucker.

Ergebnis: 💪

Besseres Nährstoffprofil als das Original, der Riegel bleibt aber eine Süßigkeit. Interessant höchstens für Snickers-Süchtige auf der Suche nach einer Ersatzdroge.

Beispiel 5: Frey Nutrition 55er-Proteinriegel – 13 Zutaten

Nährwerte und Zusammensetzung:

  • Portionsgröße: 50 g
  • Protein: 28 g (hochwertig)
  • Kohlenhydrate: 8 g (Zucker: 1 g)
  • Fett: 5 g
  • Brennwert: 187 kcal
  • Geschmack: okay
  • Zutaten (Schoko-Crisp): Proteinmischung 55 % (Milch, Whey, Soja-Isolat), Glycerin, Diätschokolade (Kakaomasse, Kakaobutter, Maltit), Pflanzenfett, Polydextrose, L-Carnitin, Sojacrispies (Sojaprotein, Reismehl, Salz), Aroma, Kakaopulver, Cellulose, Emulgator (Sojalecithin), Säuerungsmittel Weinsäure, Süßstoff (Sucralose).
  • Stückpreis: ca. 1,80 EUR

In puncto Nährstoffe hält der Frey 55er, was er verspricht: Einen hohen Eiweißanteil, eine gute Proteinqualität, wenig Kohlenhydrate und fast kein Zucker.

Außerdem auf der Haben-Seite: Dieser Riegel ist als Produkt der Kölner-Liste garantiert frei von verbotenen Substanzen und enthält das im Fettstoffwechsel benötigte L-Carnitin.

Der Geschmack ist in Ordnung.

Ergebnis: 💪💪💪

Einer der besseren Proteinriegel am Markt, der nicht vorgibt, etwas zu sein, was er nicht ist. Geschmacklich gewinnt er zwar keinen Oscar, überzeugt aber mit gutem Nährstoffprofil und Preis-Leistungsverhältnis.

Beispiel 4: Inkospor Protein Giant – 11 Zutaten

Nährwerte und Zusammensetzung:

  • Portionsgröße: 65 g
  • Protein: 39 g (>20 g höherwertig)
  • Kohlenhydrate: 11 g (0,3 g Zucker)
  • Fett: 5,4 g
  • Brennwert: 233 kcal
  • Geschmack: gut
  • Zutaten (Caramel): Milchprotein, Collagen-Hydrolysat, Glycerin, Kakaobutter, fettarmer Kakao, Sojalecithin, Sojaprotein, fettarmer Kakao, Tapiokastärke, Sojaöl, Aroma, Salz, Sucralose.
  • Stückpreis: 1,70 EUR

Der Protein Giant von Inkospor liefert fast das doppelte der Mindestmenge an Eiweiß. Da weniger als die Hälfte aus Collagen kommt, nimmt er auch die Qualitätshürde. Die Zutatenmenge ist knapp über der Grenze, aber noch im Rahmen. Die Portionsgröße ist – für mich – ideal.

Die Geschmacksrichtung Caramel finde ich gut gelungen. Schoko ist nicht so mein Fall.

Sättigt gut, und bietet die für meinen Magen perfekte Portionsgröße. Unter unseren sieben Beispielen besitzt er das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ergebnis: 💪💪💪

Top in Proteinmenge und -qualität. Niedrig in Kohlenhydraten und fast zuckerfrei. Sättigt aufgrund der größeren Portionsgröße gut. Zutatenmenge liegt knapp über dem Limit. Die Geschmacksrichtung Caramel ist gut, Schoko hingegen nicht. Preis-Leistungs-Tipp!

Beispiel 3: Craftsman Beef Bar – 3 Zutaten

Nährwerte und Zusammensetzung:

  • Portionsgröße: 28 g
  • Protein: 15 g
  • Kohlenhydrate: 0,4 g
  • Fett: 4,5 g
  • Brennwert: 106 kcal
  • Geschmack: sehr gut
  • Zutaten: Rindfleisch, Kürbiskerne, Kürbiskernproteinpulver, Gewürze (Zwiebelpulver, Salz, Kürbiskernproteinpulver, Knoblauchpulver, Paprikapulver, Senfkörner, schwarzer Pfeffer, Oregano, Rosmarin, Ysop, Chili, Buchenholzrauch).
  • Stückpreis2,80 EUR

Hinweis: Im Gegensatz zu den anderen Beispielen besteht dieser Riegel primär aus natürlichen Zutaten, nämlich Trockenfleisch und Gewürzen. Zur besseren Vergleichbarkeit habe ich die Gewürze zu einer Zutat zusammengefasst.

Dieser Riegel erfüllt alle Kategorien, bis auf die 20 Gramm Proteinmenge – was damit zusammenhängt, dass die Portionsgröße bei nur 28 Gramm liegt. Dadurch schafft der Riegel auch die Sättigungshürde (Fett, Ballaststoffe) nicht.

Ansonsten bekommst Du hochwertiges Protein und ein vergleichsweise wenig verarbeitetes Produkt ohne Kohlenhydrate und mit vielen natürlichen Gewürzen.

Trotz allem einer meiner Favoriten, den ich gerade bei Outdoor-Aktivitäten oder als Snack zu schätzen gelernt habe.

Ergebnis: 💪💪💪

Für Fleischesser eine schmackhafte, natürliche und kalorienarme Alternative zum süßen Riegel. Wer auf Kohlenhydrate verzichtet, ist hier richtig – weniger geht nicht. Weil er recht klein ausfällt, erfüllt er nur vier der fünf Qualitätsmerkmale.

Beispiel 2: Weider 60 % Proteinriegel – 10 Zutaten

Nährwerte und Zusammensetzung:

  • Portionsgröße: 45 g
  • Protein: 27 g (ca. 20 g höherwertig)
  • Kohlenhydrate: 7 g (0,2 g Zucker)
  • Fett: 4,5 g
  • Brennwert: 167 kcal
  • Geschmack: gut
  • Zutaten: Eiweißmischung (Milch, Casein, Whey-Isolat, L-Glutamin, L-Leucin, L-Valin, L-Isoleucin), Kollagen-Hydrolysat, Feuchthaltemittel (E422); Kakaobutter, Süßungsmittel (E965), Kakaomasse, geröstete Erdnüsse, Aroma, Salz, Emulgator (E322); Zink, Süßungsmittel (E955).
  • Stückpreis: ca. 2,– EUR

Der 60 % Proteinriegel von Weider liefert genug Eiweiß für eine Zwischenmahlzeit und ist auch qualitativ in Ordnung. Das enthaltene Kollagen-Hydrolysat wird – wenigstens teils – durch die zugesetzten BCAAs Leucin, Valin und Isoleucin ausgeglichen.

Für eine bessere Sättigung könnten entweder mehr Fett oder Ballaststoffe enthalten sein. Ich benötige daher eher zwei als nur einen der 45-Gramm-Riegel. Was für mich ein Nachteil ist, kann für Menschen mit kleinem Magen natürlich ein Vorteil sein.

„Salted Peanut-Caramel“ ist geschmacklich gelungen, „Vanille“ und „Cookies & Cream“ sind in Ordnung. Erdbeere hingegen kann ich nicht empfehlen.

Ergebnis: 💪💪💪💪

Liefert viel und qualitativ gutes Protein, enthält wenig Kohlenhydrate und fast kein Zucker. Zutatenmenge noch im Rahmen, lediglich in der Sättigungswirkung ist noch Luft nach oben. Die Geschmacksrichtung „Salted Peanut-Caramel“ ist mein Favorit.

Exkurs: Was sind „Net Carbs“?

Auf einigen Riegeln ist der Begriff Net Carbs angegeben. Du findest den Begriff primär auf Produkten aus dem US-Raum. Da die Nährstoffe in der EU anders deklariert werden müssen, sorgt der Begriff immer wieder für Verwirrung.

In den USA müssen Ballaststoffe nämlich deklariert und, auch wenn sie keine Kalorien liefern, zu den Kohlenhydraten gezählt werden.

Bei uns ist die Deklaration von Ballaststoffen hingegen freiwillig. Außerdem werden Ballaststoffe, wenn deklariert, separat aufgelistet.

Bei einem US-Produkt musst Du daher erst die Ballaststoffmenge abziehen, um auf die Anzahl relevanter Kohlenhydrate zu kommen (= Net Carbs).

Beispiel 1: Quest Bar – 10 Zutaten

Nährwerte und Zusammensetzung:

  • Portionsgröße: 60 g
  • Protein: 20 g (höherwertig)
  • Kohlenhydrate: 9 g (Zucker: 1 g)
  • Fett: 8 g
  • Brennwert: 200 kcal
  • Geschmack: sehr gut
  • Zutaten (White Chocolate/Raspberry): Protein (Milch- und Wheyprotein Isolat), präbiotische Ballaststoffe, Mandeln, Wasser, Kakaobutter, getrocknete Erdbeeren, natürliche Aromen, Erythrit, Palmöl, Meersalz, Calciumcarbonat, Sucralose, Stevia.
  • Stückpreisca. 3,33 EUR

Quest ist vor über 10 Jahren mit dem Versprechen auf den Markt getreten, hochwertige Proteine und keine „leeren“ Kohlenhydrate zu liefern. Mit Erfolg: Inzwischen gehört der Quest Bar zu den weltweit meistverkauften Riegeln.

Proteingehalt und -qualität sind ideal. Die Zutatenliste bleibt im Rahmen, der Kohlenhydratanteil ist niedrig. Als Pluspunkt sind außerdem präbiotische Ballaststoffe enthalten, die zusammen mit dem enthaltenen Fett sättigend wirken.

Für meinen Geschmack gehört der Quest Bar zu den leckersten „fitnesskompatiblen“ Eiweißriegeln. Unter den unzähligen Sorten gehören Birthday Cake, White Chocolate Raspberry, Blueberry Muffin und Chocolate Cookie Dough zu meinen Favoriten.

Tipp: In der Mikrowelle 30–60 Sekunden erhitzt, schmeckt der Riegel noch besser.

Ergebnis: 💪💪💪💪💪

Obwohl der Quest Bar wie eine Süßigkeit schmeckt, stimmen die Nährwerte. Ein guter Eiweißriegel, der alle fünf Qualitätskriterien erfüllt.

🚨 UPDATE: Eiweißriegel Test und weitere Alternativen

Seit der ersten Veröffentlichung dieses Artikels sind Produkte vom Markt verschwunden und neue Produkte erschienen. Dranbleiber schickten mir außerdem weitere Empfehlungen.

Ich habe den Artikel bereits mehrfach aktualisiert, überarbeitet und die Produktbeispiele und Empfehlungen aktualisiert, zuletzt im Jahr 2024.

Ich könnte diesen Eiweißriegel Test außerdem problemlos auf unübersichtlich viele Produkte ausdehnen – ohne jemals alles erwähnen zu können.

Stattdessen sollen die genannten Beispiele Dir dabei helfen, die fünf Qualitätskriterien so zu nutzen, dass Du Deine eigene informierte Kaufentscheidung treffen kannst.

Ich verwende, meist abwechselnd, die folgenden Eiweißriegel: Quest Bar, Weider 60% Protein, Craftsman Beef Bar und Inkospor Protein Giant.

Gut, günstig, gesund: Eine Alternative zum Eiweißriegel

Vielleicht weißt Du, dass ich nicht der größte Fan von Fertigprodukten bin.

Ich nutze Proteinriegel zwar selbst gelegentlich, bin mir aber der Tatsache bewusst, dass sie einen Kompromiss darstellen. Einen Kompromiss, der zudem ins Geld gehen kann.

Deshalb findest Du den „kleinen Hunger“ zwischendurch in meinen Trainings- und Laptoptaschen meist folgende Alternative:

  • Shaker-Bottle mit 30–45 g Eiweißpulver und 1 EL Flohsamenschalen
  • Zipper Beutel mit Mandeln

Im Falle eines Falles ist der Proteinshake schnell mit Wasser zubereitet. Dazu esse ich eine Handvoll Mandeln.

Welche Produkte ich dafür verwende und empfehle, entdeckst Du in meiner Ideenliste hier auf Amazon. Die Nährwerte können sich sehen lassen:

  • Protein: ca. 30 g (hochwertig)
  • Kohlenhydrate: unter 5 g
  • Fett: ca. 8 g (gesunde Fette!)
  • Brennwert: ca. 200 kcal
  • Geschmack: sehr gut
  • Zutaten: Proteinpulver, Flohsamenschalen, Mandeln, Wasser.
  • Stückpreis: ca. 1 EUR

Tipp: Als Post-Workout-Mahlzeit kannst Du die Mandeln durch eine Banane ersetzen. Eine tolle und unschlagbar günstige Alternative zum Eiweißriegel.

Ergebnis: 💪💪💪💪💪

Die Alternative erfüllt alle fünf Kriterien und toppt auch preislich alle Fertigriegel.

Vergessen sollten wir bei aller Eiweißriegel Testerei nicht unsere natürlichen Eiweißbomben. Schließlich liefert die Natur uns das, was wir benötigen: In dieser Tabelle findest Du 111 eiweißhaltige Lebensmittel.

Fazit

Wenn Du ohne Proteinriegel nicht auskommen möchtest, kennst Du jetzt fünf einfache Kriterien, um aus der Menge vermeintlich gesunder Süßigkeiten diejenigen herauszufiltern, die Dir wirklich weiterhelfen.

Während etwa ein Snickers Proteinriegel aufgrund seiner Nährwerte eine (bessere) Süßigkeit bleibt, sind Protein Giant, Weider 60% Protein, und Beef Bar eine gute Wahl. Der Quest Bar erfüllt alle fünf Kriterien.

Für alle Proteinriegel (und sonstige Fertigprodukte) gilt: Ob wirklich drin ist, was die Verpackung verspricht, können nur Lebensmittelchemiker überprüfen. Das gilt übrigens auch für Proteinpulver. Die Entscheidung, die jeder von uns an dieser Stelle treffen darf, ist: Vertraue ich dem Hersteller – oder nicht?

Im letzteren Fall sind natürliche Lebensmittel vom Wochenmarkt oder Bauernhof (ganz genau, die ohne Zutatenliste!) die einzige Alternative.

Frage: Ich habe zwar viele, aber bei Weitem nicht alle Eiweißriegel auf dem Markt getestet. Welche Proteinriegel kennst Du und wie schneiden sie ab, wenn Du die fünf Testkriterien anlegst? Welche gesunden Alternativen zum Eiweißriegel kennst Du? Schreib einen Kommentar.

Bildquellen

Bildquellen im Artikel „Eiweißriegel Test: Wie Du einen gesunden Proteinriegel findest“: © iStock.com: LauriPatterson, marekuliasz, ThomasVogel, Only_Creatives, NoDerog, Liudmila Chernetska, Capuski; © shutterstock.com: Vitalii Vodolazskyi; © Hersteller

  1. Dr. Moore et al., Ingested protein dose response of muscle and albumin protein synthesis after resistance exercise in young men. 2009
  2. Robinson MJ, Burd NA, Breen L, et al. Dose-dependent responses of myofibrillar protein synthesis with beef ingestion are enhanced with resistance exercise in middle-aged men. Applied physiology, nutrition, and metabolism = Physiologie appliquee, nutrition et metabolisme. Feb 2013
  3. Douglas SM, Ortinau LC, Hoertel HA, Leidy HJ. Low, moderate, or high protein yogurt snacks on appetite control and subsequent eating in healthy women. Appetite. Jan 2013;60(1):117-122
  4. Storey DM, Koutsou GA, Lee A, Zumbe A, Olivier P, Le Bot Y, Flourie B. Tolerance and breath hydrogen excretion following ingestion of maltitol incorporated at two levels into milk chocolate consumed by healthy young adults with and without fasting . J Nutr. 1998 Mar;128(3):587-92

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