Challenge Roth 2024 – Magnus Ditlev: “Ich bin besser in Form als letztes Jahr!”

Der Challenge Roth und Magnus Ditlev – eine Kombi, die im vergangenen Jahr glatt für einen Eintrag in die Triathlon-Geschichtsbücher gesorgt hat. Aber 2024 werden die Karten eben neu gemischt. Was ist diesmal drin für den Dänen, der mit jedem Jahr in Roth reifer und selbstsicherer geworden ist? (Text: Lena; Bild: Challenge Roth/Lars Palmer 2023)

Bevor man über Magnus Ditlev und den Challenge Roth 2024 sprechen kann, muss erst einmal zurückgespult werden. Und zwar ins letzte Jahr – genauer gesagt: zu einem Satz, der allen Anwesenden bei der Pressekonferenz im unscheinbar-urigen Schützenhaus auf dem Festival-Expo-Gelände nach wie vor ein wenig Gänsehaut bescheren dürfte. Denn vor gut einem Jahr gab es genau hier den Ritterschlag in Worten von Sebastian Kienle für den zurückhaltenden Dänen mit der Triathlon-Klasse, die ihresgleichen sucht: “Ich weiß nicht, ob das allen hier so bewusst ist, aber: Dieser Tag heute war für unseren Sport so etwas wie die Mondlandung.” Boom.

Die Evolution des Magnus Ditlev? Ein Fest für den Sport!

Sicher, seit dem ist ein Jahr mit vielen Trainingsstunden, etlichen Rennen und auch weniger guten Erfahrungen vergangen. Fakt ist: Magnus ist mit Roth gereift. Ein Eindruck, der sich spätestens dann bestätigt, wenn man ihm Jahr für Jahr beim Challenge wieder begegnet. Wo früher Zurückhaltung und körpersprachliche Unsicherheit war,  ist heute Schlagfertig,  sicheres Antworten auf alle Fragen und vor allem Spaß am Drumherum zu erkennen. Diese Entwicklung, ja, diesen Reifeprozess erkennen zu können, bereitet dann auch im journalistischen Kontext eine Freude. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das immer noch genau der Typ ist, der hier vor wenigen Jahren noch ohne Sponsoren auf der Brust kam, lieferte und siegte. Mit anderen Worten: So muss Triathlon!

Dass er zu mehr Selbstsicherheit und Souveränität allen Grund hat, liegt beim Blick auf seine konstant beeindruckenden Performances auf der Hand. Und leugnen lässt es sich nicht: Magnus Ditlev geht mit seinen 26 Jahren und seiner Rekordzeit von 7:24:40 aus 2023 als absoluter Favorit ins Rennen. Bei voraussichtlich völlig anderen Wetter-Bedingungen am Sonntag, aber insgesamt auf bekanntem Terrain – und gegen bekannte Konkurrenten. Kann er sich also selbst toppen? Oder mit welchem Ziel geht einer an den Start, der sich im Frankenland ohnehin schon ein Triathlon-Denkmal gesetzt hat?

Pushing Limits: Willkommen zurück! Mit jedem Mal, dass du hier bist, bist du ein Jahr älter, vielleicht auch weiser …
Magnus Ditlev: … und ein Jahr besser hoffentlich (lacht).

Pushing Limits: Das wäre zu wünschen. Aber wie ist es denn nun, wieder hier zu sein?
Magnus Ditlev: Es fühlt sich großartig an – und dieses Jahr sogar noch mehr, als würde ich “nach Hause” kommen. Jedes Mal wieder bin ich überwältigt von der Atmosphäre hier.

Pushing Limits: Aber wie schmal ist der Grat wirklich zwischen Selbstsicherheit in gewohntem Terrain auf der einen Seite und auf dem Performance-Druck auf der anderen?
Magnus Ditlev: Glücklicherweise bin ich nicht der Typ, der sich davon verrückt machen lässt, ob ich als vermeintlicher Favorit an den Start gehe, weil ich das Rennen schon mal gewonnen habe. Viel größer als der Druck von außen ist für mich persönlich die Erwartungshaltung, die ich an mich selbst habe. Denn: Natürlich wäre ich enttäuscht, wenn ich meine Leistung aus dem Training im Rennen nicht abrufen kann. Für mich wäre das das Schlimmste, was passieren kann.

Pushing Limits: Gibt die Performance aus dem vergangenen Jahr denn nach wie vor den mentalen Rückhalt?
Magnus Ditlev: Das auf jeden Fall. Die Strecke passt sehr gut zu meinen Qualitäten. Und ich bin definitiv in einer besseren Form als im vergangenen Jahr. Aber wenn es “nur” um die Zeiten geht, ist das natürlich eher von den Bedingungen abhängig. Das heißt: Selbst, wenn ich weiß, dass ich in Weltrekord-Form bin, haben die Wetterbedingungen das letzte Wort. Wenn es regnet, ist es unmöglich, in den Kurven auf Weltrekord-Niveau zu fahren.

Pushing Limits: Renn-Möglichkeiten gibt es dieses Jahr auf jeden Fall genug – und mit den PTO T100-Rennen und Hawaii im Oktober stehen noch einige Top-Rennen auf dem Plan. Was ist dein persönliches Fazit zur Saison 2024 bisher?
Magnus Ditlev: Ich hatte einen super Start in die Saison – und dann eine ziemlich besch*** Erfahrung in Singapur. Dann kam San Francisco und mit dem Rennen konnte ich, trotz des nicht optimalen Verlaufs, mit Blick auf die Bedingungen einigermaßen zufrieden sein. Aber Roth ist für mich das erste große Highlight der Saison … entsprechend groß ist meine Motivation, hier genau das Rennen zu machen, das ich machen möchte.

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